Etwa 500 Mal stürzten sich die rund 110 startenden Piloten die von der Donnerstagsgesellschaft auserkorene Strecke mit ordentlich Gefälle mitten in Thal hinunter. Durch enge Stellen, winkelige Kurven und an Wohnhäusern und Baustellen vorbei. Während am Ziel bereits ein Mannschaftswagen der Freiwilligen Feuerwehr wartete, um die Kids samt ihren lustigen Gefährten wieder hinauf an den Start zu bringen.
Wagemutige Piloten auf ihren rasenden Plastikrädern
Schwierige Rechtskurve
Im Zielgelände ging es beinhahe zu, wie in einem richtigen Fahrerlager eines Rennens. Die BobbyCars standen blank herausgeputzt in Reih und Glied. Die Cracks im Alter von etwa vier bis fünfzig Jahren mit Helm, Knie- und Ellbogenschützer bewaffnet, daneben. Da wurde eifrig die jeweils letzte Fahrt besprochen und darüber getüftelt, wie die schwierige Rechtskurve in der Mitte des Parcours wohl am besten zu bewältigen sei.
Entlang des Kurses waren Streckenposten postiert, um bei allfälligen Zwischenfällen schnell eingreifen zu können. Und auch die Samariter waren vor Ort, um sich im Fall des Falles gleich um eine gesundheitliche Versorgung eines Sturzpiloten zu kümmern. Bis auf eine gelegentliche Abschürfung sei in den letzten Jahren aber nichts Schlimmeres vorgekommen, erzählt Peter Hensel, Präsident der das Rennen veranstaltenden Donnerstagsgesellschaft von Thal.
Als Lesegesellschaft gegründet
«Die Donnerstagsgesellschaft wurde bereits 1848 als Lesegesellschaft gegründet», so Peter Hensel, «Heute versteht sie sich mehr als Kulturverein, der etwa zehn Anlässe im Jahr durchführt. Comedyveranstaltungen, Ausflüge oder etwa eine Brückenwanderung. Und jedes Jahr das BobbyCar-Rennen, das nunmehr bereits zum zehnten Mal stattfindet.»
Hensel betont, dass dieser Event ohne die Hilfe vieler Beteiligter, Gönner und Sponsoren nicht stattfinden könnte. So stehen die «Fire Kids», also die Jugendfeuerwehr Unterrheintal, der Donnerstagsgesellschaft zur Seite und waren am Aufbau und der Absicherung der Strecke beteiligt. Besonders wichtig auch die Zeitmessung, für die Clemens Eugster verantwortlich zeichnet. Denn nur mit modernsten elektronischen Messgeräten und einem Chip bei jedem BobbyCar sei es möglich, alle fünfzehn Sekunden einen Starter auf die Kurs zu lassen.
Keinen Entgelt berechnet
«Ganz wichtig ist die Unterstützung von Sponsoren und Gönnern. Darunter etwa auch der Bauer, der uns jedes Jahr genügend Strohballen an die Strecke bringt, diese nach dem Rennen auch wieder holt, und dafür keinen Entgelt berechnet», berichtet Peter Hensel. Denn eine solche Veranstaltung kostet Geld. Und trotz des Betrags von zwei Franken, die pro Fahrt von den Pilote zu entrichten sind, trotz der von Mitgliedern der Donnerstagsgesellschaft betreuten Festwirtschaft, und trotz der Unterstützung des Eugster Car Centers, das jedes Jahr einige neue BobbyCars anschafft und zur Verfügung stellt, bleiben dennoch jedes Jahr rote Zahlen. «Aber nicht zu hoch», schmunzelt Hensel, «Und die Freude der vielen Kinder, die hier sind, ist es uns wert.»