Der Wasserstand des Bodensees ist nach dem aussergewöhnlich nassen Winter immer noch ungewöhnlich hoch für diese Jahreszeit und liegt rund einen halben Meter über dem langjährigen Mittelwert. Worunter viele Wasservögel leiden. Denn zahlreiche Uferbereiche und Flachwasserzonen sind überschwemmt, weshalb die Tiere nicht mehr an ihre Nahrung gelangen. Jene Nahrung, die sie sonst am für sie gerade erreichbaren Grund des Bodensees finden und besonders im Winter dringend benötigen.
Wasservögel durch hohen Bodenseepegel bedroht
Enten zuerst betroffen
Bei den hohen Wasserständen reicht die Halslänge nicht mehr aus, sodass die gründelnden Tiere nicht mehr an den Grund kommen, erklärt Walter Niederer, Geschäftsführer des Naturschutzvereins Rheindelta. Die Enten waren zuerst betroffen. Mittlerweile haben auch grössere Vögel und sogar die Schwäne grosse Probleme bei der Futtersuche.
Wobei die Schwäne auf nahegelegene Wiesen ausweichen können. Da diese mittlerweile oft gemäht werden, ist das Gras nun weich genug, um als Futter dienen zu können. Sogar die Tauchenten haben aufgrund der hohen Pegelstände Probleme und können teilweise nicht mehr bis zum Grund abtauchen.
Starke Niederschläge
Aber warum die hohen Pegelstände? Diese sind auf die aussergewöhnlich starken Niederschläge im November und Dezember zurückzuführen. Aufgrund der warmen Temperaturen sind diese auch nicht als Schnee liegengeblieben. Und zusätzliche Winterstürme haben laut Walter Niederer das Naturschutzgebiet Rheindelta negativ beeinflusst.
Vorallem werden dabei ganze Schilfgürtel durch das Schwemmholz bedroht, das mit dem letzten Rheinhochwasser gekommen ist. Das Holz sei darin liegengeblieben, wodurch sich die gesamte Struktur des Naturschutzgebietes verändert habe. Denn der Vorgang hat Auswirkungen auf einige Pflanzenarten. Nicht nur das Schilf werde durch Schwemmholz abgeschlagen, sondern auch die in Seenähe wachsenden Pflanzen würden regelrecht abrasiert, wie der Naturschützer berichtet.