Etwa dreihundert Widnauerinnen und Widnauer hatten sich in der Aegetenhalle versammelt, um über Einladung der politischen Gemeinde gemeinsam die Eidgenossenschaft zu feiern und hochleben zu lassen. An und für sich findet diese jährliche Bundesfeier in der Widnauer Badi statt, was diesmal aber vom Wettergott verhindert wurde. So bereitete die Badi-Belegschaft eben in der Halle das Frühstücksbuffet zu.
«Das Volk hat das letzte Wort in unserem Land»
Erste Ansprache im Amt
Die MG Konkordia Widnau sorgte mit ihrer musikalischen Umrahmung gleich einmal für gute Stimmung. Bruno Seelos hielt eine erste Ansprache als noch frisch im Amt befindlicher Gemeindepräsident. Und nutzte diese, um als «neuer Kapitän auf dem Gemeindeschiff» einen kurzen Überblick über das Gemeindegeschehen zu geben. Dabei durfte er die Bevölkerung zur Eröffnung des neuen Alten- und Pflegezentrums Zehentfeld am 12. August einladen.
Was den Gemeinderat und die Verwaltung sonst derzeit intensiv beschäftigt? Die Arbeit am neuen Zonenplan, der im Frühling aufgelegen ist, wird sich im Herbst mit den erfolgten Einsprachen beschäftigen. Eine Projektgruppe befasst sich derzeit mit der strategischen Fortentwicklung des Schulwesens der Gemeinde. «Und wir müssen uns mit der im Herbst bevorstehenden Abstimmung über die Errichtung einer neuen Kunsteisbahn beschäftigen.» Wobei aber für die kommende Eissaison noch Investionen in die bestehende Anlage notwendig seien, damit diese überhaupt noch betrieben werden dürfe.
Zusätzliche Regulierungen und unnötige Ausgaben
Als Festredner konnten die Widnauer Regierungsrat Beat Tinner gewinnen. Der in seiner Ansprache der direkten Demokratie ein Kränzchen wand. «Ich bin froh, dass unser Stimmvolk im Kanton beziehungsweise in unserem Land das letzte Wort hat!» Denn die direkt Demokratie klopfe den Politikern regelmässig auf die Finger. «Gerade wenn es um zusätzliche Regulierungen oder unnötige Ausgaben geht.»
Zu einer Bundesfeier gehört derzeit auch das Thema der Neutralität. Hier habe die Schweiz als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg im Sinne ihrer humanitären Tradition vielen schutzsuchenden Ukrainerinnen und Ukrainern Platz geboten, sagte Beat Tinner. «Daneben stellt sich für die Schweiz die Frage, wie sie die Neutralität auslegen soll, insbesondere mit Blick auf Sanktionen und die Lieferung von Kriegsmaterial. Kritik an der Schweiz kam diesbezüglich jedenfalls von beiden Lagern, was wahrscheinlich ein gutes Zeichen ist, wenn sich mich fragen.»
Der mit grossem Beifall bedachten Ansprache lauschten auch die beiden Kantonsräte Alexander Bartl und Peter Nüesch, sowie die Gemeinderäte Werner Barmettler, Stefan Sieber, Yvette Werner und Gemeindeschreiberin Katja Hutter.