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Region Rheintal
11.07.2023
11.07.2023 15:31 Uhr

Grenzenlos Velo fahren im Rheintal

Velofahren im Rheintal wird massiv gefördert
Velofahren im Rheintal wird massiv gefördert
«Bald kennt das Radfahren keine Grenzen mehr», freuen sich der Vorarlberger Mobilitätslandesrat Daniel Zadra und der St.Margrethner Gemeindepräsident Reto Friedauer. Beide informierten heute (10. Juli) im Rahmen einer Pressekonferenz über gemeinsame Rad-Infrastrukturprojekte.

«Denn der Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur im Rheintal schreitet unaufhaltsam voran», betonen Zadra und Friedauer. «Mittlerweile haben alle Beteiligten verstanden, dass wir den Bau von Velobrücken, Velowegen, Fahrrad- und Fussgeherunterführungen oder sicheren Fahrradkreuzungen in größeren Dimensionen sehen müssen und dass grenzüberschreitende Zusammenarbeit das Angebot entscheidend verbessert.» Insofern erscheint es nur folgerichtig, dass die Schweiz nun auch Infrastrukturprojekte auf Vorarlberger Boden mitfinanziert.

Agglomerationsprogramme unterstützen

Der Schweizer Bund hat im Februar 2023 angekündigt, insgesamt 32 über die ganze Schweiz verteilten Agglomerationsprogramme mit insgesamt 1,6 Milliarden Franken zu unterstützen. Im Rheintal hat der Schweizer Bund für den Zeitraum 2024–2028 Beiträge in Höhe von 23,6 Millionen Franken bei einem Investitionsvolumen von 82 Millionen Franken in Aussicht gestellt. Die formelle Genehmigung durch den Ständerat ist noch ausständig und wird für Herbst erwartet.

Verkehrslandesrat Daniel Zadra (li) und Agglomerations-Präsident Reto Friedauer gestern bei der Pressekonferenz Bild: VLK

«Der Schwerpunkt liegt in der Verbesserung der Bedingungen für den Fuss- und Veloverkehr», erläutert Reto Friedauer. „Als eine der Schlüsselmassnahmen wurde daher die neue Rheinbrücke Au–Lustenau definiert, die ausschließlich dem Fuss- und Radverkehr dient und die die Durchlässigkeit des Rheins für diese Verkehrsteilnehmer deutlich verbessert. Der Schweizer Anteil an den Kosten für die Errichtung dieser Brücke beträgt 2,36 Millionen Franken, das sind 30 Prozent der angenommenen Gesamtkosten von 7,86 Millionen Franken.»

Grenzüberschreitende Grossvorhaben

Doch abgesehen von diesem grenzüberschreitenden Großvorhaben beteiligt sich die Schweiz an zahlreichen kleineren und größeren Projekten zur Verbesserung des Radverkehrs auf Vorarlberger Boden. «Sowohl das Land Vorarlberg als auch einzelne Vorarlberger Gemeinden haben hier Projekte eingereicht», verdeutlicht Landesrat Zadra. «So spannt sich der geografische Bogen von einer Radbrücke über die L190 beim Bahnhof Feldkirch-Altenstadt bis hin zu einer radfreundlichen Strassenumgestaltung im Bereich des Zollamtes Gaissau.»

Die Gesamtsumme dieser Projekte beträgt rund 20 Millionen CHF. Wie hoch der Schweizer Anteil an der Realisierung all dieser kleineren und mittelgroßen Massnahmen schlussendlich sein wird, lässt sich im Moment nur abschätzen, weil die Bemessung für die kleineren Projekte in sogenannten Leistungseinheiten erfolgt, die gerade berechnet werden. Es ist aber grundsätzlich davon auszugehen, dass der Schweizer Finanzierungsanteil zwischen 25 und 30 Prozent der Gesamtkosten betragen wird. «Damit sorgt der Schweizer Anteil für eine deutliche Entlastung des Landesbeitrags an diesen Projekten», betont Landesrat Zadra. Ab Anfang 2024 können die konkreten Projektarbeiten in Angriff genommen werden, 2028 sollten sie beendet sein. 

Zum Österreichischen Radgipfel

Der 14. Österreichische Radgipfel findet 2023 im September in Hohenems/Vorarlberg statt. Diese jährliche Fachkonferenz zum Thema Radverkehr dient dem Austausch aktueller Entwicklungen und Forschungsergebnisse, der Vernetzung und dem Erfahrungsaustausch. Zielpublikum sind Stakeholder, PlanerInnen, EntscheidungsträgerInnen und allgemein am Thema Radverkehr interessierte Personen.

Heuer steht der Radgipfel ganz im Zeichen des grenzüberschreitenden Radverkehrs. «Grenzen» werden dabei ganz vielfältig interpretiert, aber es geht natürlich auch um Landesgrenzen. In Vorarlberg spielt der grenzüberschreitende Radverkehr in die Nachbarländer sowohl im Alltag als auch in der Freizeit eine bedeutende Rolle. Um diese Potenziale zu nutzen, um Austausch und Synergien zu schaffen, wurde Ende 2015 das Projekt «Velotal-Rheintal» zur Förderung des Radverkehrs im St. Galler und Vorarlberger Rheintal initiiert. Projektpartner sind der Verein St. Galler Rheintal, der Kanton St. Gallen und das Land Vorarlberg, welche zusammen mit 23 Gemeinden Mitglied des Vereins Agglomeration Rheintal sind. Dieses Projekt soll beim Radgipfel prominent platziert und präsentiert werden.

Zum Velotal Rheintal

Velotal Rheintal ist eine Initiative des Landes, des Kantons und der Gemeinden des Vorarlberger und St. Galler Rheintals. Ziel ist es, die Freude am Radfahren östlich und westlich des Rheins und vor allem grenzüberschreitend zu wecken und zu fördern.

Die Talebene im Rheintal bietet beste Voraussetzungen, um das Fahrrad zu nutzen – sowohl sportlich in der Freizeit als auch für die alltägliche Mobilität. Velotal Rheintal will auf das bereits bestehende Radwegenetz hinweisen und dieses künftig verbessern und ausbauen. Seit 2017 läuft das Projekt unter dem Dach des Vereins Agglomeration Rheintal.

Dieser wurde als Ergebnis eines grenzüberschreitenden Zusammenarbeitsprozesses 2016 gegründet. Hauptziel des Vereins ist die Einreichung eines genehmigungsfähigen Agglomerationsprogramms beim Schweizer Bund, um damit Beiträge an Infrastruktur-Bauvorhaben im Bereich Verkehr zu erhalten. Mit dem Agglomerationsprogramm Rheintal wird versucht, die Zusammenarbeit im Bereich der Verkehrs-, Siedlungs- und Freiraumplanung durch konkrete Umsetzungsmaßnahmen zu intensivieren.

 

Fact-Box

Der Verein «Agglomeration Rheintal» ist landesübergreifend organisiert und ermöglicht eine strukturierte und enge Zusammenarbeit der beiden Nationen. Der Kanton St. Gallen, das Land Vorarlberg und 23 Gemeinden beidseits des Rheins (Altach, Altstätten, Au, Balgach, Berneck, Diepoldsau, Eichberg, Feldkirch, Gaißau, Götzis, Höchst, Hohenems, Koblach, Lustenau, Mäder, Marbach, Meiningen, Oberriet, Rankweil, Rebstein, Rüthi, St. Margrethen, Widnau) sind aktuell Mitglieder des Vereins Agglomeration Rheintal.

rheintal24/gmh/uh/vlk
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