Von verschimmeltem Brot oder gefüllten Babywindeln über Schnittblumen und Asche hin zu kranken Pflanzen oder Eierschalen: Gleich zu Beginn hatten die Teilnehmenden zu bestimmen, was auf den Kompost darf und was nicht.
Was sich sonst noch kompostieren lässt
Als frühere Kompostberaterin, Agronomin und leidenschaftliche Gemüsegärtnerin erzählte Eveline Dudda aus ihrem Erfahrungsschatz beim Kompostieren – schon Unterhosen hat sie für Versuchszwecke vergraben. Fazit: Verkleinert und in der richtigen Dosis lässt sich fast alles natürlicher Herkunft kompostieren. Beim praktischen Teil wurde anschliessend ein perfektes «Kompost-Menü» gemischt, dann angesetzt und der Reifetest gemacht.
Parallel dazu spazierte der passionierte Naturgärtner Rolf Lüthi mit einer Gruppe Naturgwundriger durch den NaNuGarten und erzählte wie mit Material aus dem Garten ganz einfach Lebensräume für Insekten und Kleintiere entstehen können. So können Igel in einem Asthaufen überwintern und Hermeline verstecken sich gerne in Steinhaufen.
Heu lässt sich auf einem sogenannten Grasrottehaufen aufschichten und wird so ebenfalls zu einem Zuhause für Insekten und Kleintiere – und man muss es nicht aufwändig entsorgen.
Mit Grüngut sparen
Im Rahmen des Umwelt- und Energiekonzeptes fördert die Stadt Altstätten aktiv die Biodiversität. Dies einerseits mit ökologischen Aufwertungen der gemeindeeigenen Flächen, andererseits mit der Sensibilisierung der Bevölkerung, auf Balkonen oder in den Gärten selbst die einheimische Naturvielfalt zu fördern. In der Begrüssung erwähnte Stadtrat Christoph Hanselmann, dass die Schweiz bei der jährlichen Abfallmenge pro Person immer noch zu den Spitzenreitern gehört.
Ein Teil dieser Abfälle sind die sogenannten biogenen Abfälle, beispielsweise aus der Küche oder dem Garten. Genau diese Küchen- und Gartenabfälle können mit Kompostieren oder dem Anlegen von Kleinstrukturen entweder wieder zu Humus und Reifekompost oder zu einem Zuhause für Insekten und Kleintiere werden. Und es ist erst noch gut fürs Portemonnaie, denn man spart teuren Dünger und Abfallgebühren. Grünabfall soll folglich eher als wertvolles Grüngut betrachtet werden, das dem Kreislauf zurückgegeben wird.