Noch ist das der stille Wunsch von Dominic Frei. Denn wo sich der schillernde Vogel niederlässt, hat es Wasser und zig Pflanzen, tummeln sich kleine Fische und krabbelt's und kriecht's im Untergrund.
«Doch vielleicht sind wir gar nicht so weit entfernt», sagt Dominic Frei optimistisch und erklärt: «Der buntgefiederte Stieglitz ist hier am Lyrikweg bereits heimisch. Auch er braucht einen naturnahen Lebensraum mit Sträuchern und Bäumen und nährt sich von den Sämereien überständige Wildstauenden.»
Nach dem Biologen zeigt sich bei der Überbauung Oktopus eindrucksvoll, wie naturnahe Lebensräume mitten in einer Siedlung eine vielfältige Flora und Fauna fördern.
Siebenfache Zürichsee-Fläche versiegelt
Der Spaziergang führte vom Gesa-Parkplatz entlang des Lyrikwegs und der Heidenerstrasse durch den Siedlungsraum und wieder zurück. Immerfort blieb der Biologe an einzelnen Plätzen stehen und erklärte einzelne Aspekte der Biodiversität. Zu Beginn verdeutlichte er eindrücklich, wie sich versiegelte Böden bei den aktuellen Temperaturen aufheizen, während Grünflächen gespeichertes Wasser abgeben und angenehm kühl sind.
Dazu zeigte er anhand einer Grafik, dass die Versiegelung unserer Böden durch den Bevölkerungswachstum und gesteigerten Platzbedarf stark zunimmt. Allein in den letzten 40 Jahren wurde schweizweit eine Fläche verbaut, die der siebenfachen Grösse des Zürichsees entspricht.
Kleine wilde Oase im eigenen Garten
Dominic Frei unterstrich weiter die Vorteile heimischer Sträucher und Bäume für die hiesige Tierwelt. Er zeigte auf, dass auch Efeu, Stechpalmen oder Liguster, der gar über den Winter einen Grossteil der Blätter behält, einen immergrünen Sichtschutz bieten oder wie sich aus Wurzelstöcken und aufgetürmtem Altholz hübsche Benjeshecken gestalten.
Oder aber erklärte, dass der häufig umstrittene Efeu für viele Vögel und Insekten mit seinen Früchten im Winter eine wichtige Nahrungsquelle ist. Der Biologe betonte mehrmals, wie wichtig neben den gepflegten Beeten und Rasen eine kleine wilde Ecke in jedem Garten ist.
«Hier können Igel, Bienen und Vögel nisten, finden Nahrung und immer wieder einen Schutz.» Zudem sind Kleinstrukturen wie Wurzelstöcke, Stein-, Ast- oder Laubhaufen für viele Amphibien und weitere Tierarten ein Zuhause auf Zeit.
Workshop-Tag für mehr Biodiversität im Siedlungsraum
Wo allerlei Leben heimisch ist, fliessen saubere Bäche, spriessen Sellerie und Kopfsalat und herrscht ein angenehmes Klima. Daher hat die Stadt Altstätten viele ihrer gemeindeeigenen Grünflächen und jene der Schulen im vergangenen Jahr ökologisch aufgewertet.
Dazu möchte die Stadt die Artenvielfalt auch im Siedlungsraum fördern und organisiert weiter am Samstag, 1. Juli einen Workshop-Tag zum Nutzen des Grüngut. Denn Rüeblischalen und Radieschengrün sind echtes Doping für unsere Böden und Rotte- oder Laubhaufen sind wunderbare Lebensräume für zig heimische Tiere.
Interessierte können sich für die einzelnen Kurse noch bis 29. Juni auf der Website der Stadt oder telefonisch bei der Stadtkanzlei anmelden.