Strahlendes Pfingstwetter, strahlende und sonnenbebrillte Chorsänger, ein strahlend gut aufgelegter Conferencier Charles Martignoni und ein vor Glück und Stolz strahlender Dirigent Mihai Alexa. Das waren die Bestandteile des frühsommerlichen Konzerts des Männerchors Au-Berneck, welches dieser im Gewächshaus der Gärtnerei Messmer veranstaltete.
Blumen, Lieder und ein blendendes Publikum
Völlig überwältigt
«Wir sind völlig überwältigt», war schon vor Beginn des Konzerts von einigen Mannen des Chors zu hören. Und sie meinten nicht die florale Schönheit des Veranstaltungsortes. Sondern die nicht enden wollende Schlange von Besuchern, die sich in das Gewächshaus staute. Und eifrig Getränke kauften. Soviel, dass gleich einmal die Gläser und das Mineralwasser auszugehen drohten. Der Mangel wurde aber mit Hilfe von Bernecker Winzern im Handumdrehen behoben.
So konnte das eigentliche Hörerlebnis starten. «Wir mussten alle die Sonnenbrille aufsetzen bei einem sooo grandios blendenden Publikum», so Charles Martignoni in seiner Begrüssungsconférence, «Schön seid Ihr da! Wir haben geübt, dass wir für sie die nächste Stunde brillieren und strahlen dürfen in der Hoffnung, dass wir die Bühne zum Schluss blendend verlassen dürfen.»
Video: Ulrike Huber
Himmlische Klänge
Und tatsächlich gaben die Au-Bernecker Goldkehlen eine prächtige Vorstellung. Unterstützt bei vielen Liedern von Sopranistin Birgit Plankel. Und durch Lara Alexa an der Harfe, die für wahrhaft himmlische Klänge sorgte, wie auch von Markus Bachmann an der Flöte. Mit meist eher behäbigen, wohlklingend langsamen Titeln wurde den Zuhörer akustischer Honig in die Ohren geträufelt.
So gleich beim zweiten Lied, der irischen Volksweise «Down by the Salley Gardens». Wobei an diesem Pfingstsonntag der Text abgeändert war zu «Down by the Messmer Gardens». Beim Zuhören durfte das Publikum spüren und miterleben, wie es sich anfühlt, wenn man sich mit seiner Liebsten in Messmers Garten am Fusse der Bernecker Weinberge trifft.
Zartes Harfespiel
Zu Leonhard Cohens «Halleluja» verzauberte die charmante Lara Alexa mit ihrem zarten und im Hintergrund bleibenden Harfespiel. Während die Chorsänger zeigten, warum der Männerchor Au-Berneck zu den besten und erfolgreichsten Chören im Rheintal gehört. Ein Eindruck, der auch in den nachfolgenden Liedern gefestigt werden konnte.
Die Konzertpause wurde zu einem musikalischen Intermezzo genutzt. Mihai Alexa, Dirigent mit rumänischen Wurzeln, begnadeter Pianist, Orgelspieler, Akkordeonist und Musiklehrer, gab ein Duett mit der Sopranistin Birgit Plankel. Eine klangliche Wohltat für alle Musikliebhaber.
Groovige Rhythmen
Auch im zweiten Teil des Konzerts wurde die Qualität hochgehalten. So etwa mit dem Gospelsong «Good News» zu dem sich Tenor Peter Ackermann ans Klavier setzte. Oder wie Charles Martignoni dazu ausführte: «Unser Peter kann es nicht lassen, wenn groovige Rhythmen erklingen. Dann juckt es ihn in den zarten Pianistenfingern.» Und dann wird tolle Musik gemacht. Wie auch im «Tarantella-Medley», der erste tatsächlich frühlingshaft-sommerliche Song dieses Tages. Bunte Fröhlichkeit, die das Publikum zum begeisterten Mitklatschen animierte.
Dann kam ein wahrhaft denkwürdiger Moment. Der Chor sang den schmalzig-musikalischen, aber dennoch echten und geerdeten Ohrwurm des österreichischen Volkskünstlers Hubert von Goisern. Mit «Weit, weit weg» trieben die Sänger einigen der Besucher Tränen vor Rührung in die Augen. Und obwohl der Goisern-Song noch nicht das letzte Lied im Programm war, wurde bereits rhythmisch «Zugabe, Zugabe» skandiert.
Wunderbare Aufführung
Leider ist auch das schönste Konzert einmal vorbei. Schön, dass man sich wünschen darf, dass dieser einmalige Moment, diese wunderbare Aufführung, dieses eingängige Männerchorkonzert im Gewächshaus der Gärtnerei Messmer vielleicht in den kommenden Jahren einmal eine Wiederholung findet.