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Altstätten
26.02.2023

«Kauderwelsch» - ein Abend der etwas anderen Art

Muriel Zemp ergründete ihre Herkunft mittels DNA-Analyse
Muriel Zemp ergründete ihre Herkunft mittels DNA-Analyse Bild: Ulrike Huber
Muriel Zemp überraschte ihr Publikum am Samstagabend im Diogenes mit einem kreativen und auf hohem künstlerischen Niveau stehenden Unterhaltungsabend, der ungewöhnlich und einzigartig war.

Ja, was war denn das für ein unterhaltender Abend im Diogenestheater? War es Comedy? Nein. War es Kabarett? Nein. War es ein Konzert? Eigentlich auch nicht. Muriel Zemp und ihr Soloprogramm «Kauderwelsch» lassen sich nur schwer in die gebräuchlichen Kategorien einordnen. Am ehesten würde wohl die Bezeichnung «Liederabend» passen.

Das Publikum im Diogenestheater amüsierte sich köstlich Bild: Ulrike Huber

Ein Lied nach dem anderen

Denn die aus dem Welschen stammende Künstlerin reiht in der Art einer Nummernrevue ein Lied an das andere. Unterbrochen durch Überleitungen, in denen sie über ihre Herkunft sinniert. Über ihre musikalischen Wurzeln. Über eine DNA-Analyse, die ihr offenbart hat, dass ihre Vorfahren nicht nur aus der Schweiz und Frankreich, sondern auch aus Ungarn, Rumänien und Bulgarien stammen. Ja sogar Ägypten sei mit 0.5 Prozent in ihren Genen vorhanden.

Video: Ulrike Huber

Was von Muriel Zemp zum Anlass genommen wird, ein orientalisch klingendes Lied einzustreuen. Mitten in das Programm, das aus oft jazzig angehauchten Heimatliedern, aus Chansons und aus vielen Chorälen besteht. Aus vielstimmig dargebrachten Songs vom Liebeslied bis zum gekonnten Jodler.

  • Muriel Zemp, eine Entertainerin im besten Sinn des Wortes Bild: Ulrike Huber
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Ein ganzer Chor samt Band

Vielstimmig? In einem Soloprogramm? Ja, denn Muriel Zemp beherrscht das Spiel mit dem «Loop» wie keine Zweite. Jenem Gerät, das Stimmen oder kurz angespielte Instrumente so oft wie gewünscht wiederholt. Was den Effekt hat, dass der Zuhörer, so er denn die Augen schliesst, das Gefühl hat, dass nicht nur eine Sängerin, sondern ein ganzer Chor samt Band auf der Bühne steht.

  • Begnadete Sängerin und Musikerin Bild: Ulrike Huber
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Zwischen ihren mit grandioser Stimme vorgetragenen Songs parliert die Chansonette über ihr Leben. Darüber, dass schon ihr Name Kauderwelsch sei. Das liebliche, sanfte französische «Muriel», dem das deutsch-schweizerische, zackige «Zemp» zur Seite steht.

  • Muriel Zemp: «Bis ich gemerkt habe, dass ich verliebt bin, haben wir uns schon wieder getrennt» Bild: Ulrike Huber
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Schicksal und Zustand

Ja, das Chaos des Kauderwelsches sei bei ihr inzwischen Schicksal und Zustand geworden. So auch in der Liebe: «Bis ich gemerkt habe, dass ich verliebt bin, haben wir uns schon wieder getrennt.»

Video: Ulrike Huber

Zemp lockert ihren Liederabend auch durch eine fröhliche, mit Geräuschen aus dem Loop unterstützte Pantomime auf. Einer Darstellung der Zubereitung von «Coq au vin». Bei der der Wein weniger den Weg in die Kasserole als vielmehr in den Hals der durstig-lustigen Köchin findet. Gekonnt und unterhaltsam. Wie das ganze Programm an diesem Abend im Diogenes-Theater.

rheintal24/gmh/uh
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