Endlich wieder Fasnacht! Ohne irgendwelche Covid-Beschränkungen. Dafür mit guter Laune, bester Stimmung und dröhnend lauter Guggenmusik. Gestern fand in Altstätten mit dem «Urknall» der Start in die fünfte Jahreszeit statt.
Fasnachts-Big Bang in Altstätten
Das OK für den «Urknall» entwickelte für dieses Jahr ein neues Konzept, mit dem Ziel, die Veranstaltung wieder mehr ins Städtli und vor allem mehr zum Publikum zu bringen. «Der Umzug und die darauffolgenden Auftritte sind deshalb neu auf drei Standorte mit unterschiedlichem Angebot verteilt», erläuterte OK-Präsident Yorick Kehl.
Wiederbelebter Standort
So spielten die Guggen nach dem Umzug neben dem Rathausplatz auch am wiederbelebten Standort beim Frauenhof und neu im Garten des Museums Prestegg. Dieses Konzept funktionierte prächtig und begeisterte die Zuschauer, die in Scharen gekommen waren.
Doch zum Anfang: pünktlich um 18.59 Uhr ging es am Freitagabend los. Mit dem Umzug der sechs Altstätter Guggenmusikformationen wurde das sich über mehrere Wochen ziehende traditionelle Fasnachtstreiben gestartet.
Die Besucher des Umzugs waren begeistert, als die in ihren aufwändigen Kostümen gekleideten Musiker wieder Kostproben ihres Könnens gaben. Eine Kakophonie aus Trommelschlägen, Tschinellengeschepper, Posaunen- und Tuba tönen erfüllte die Markt- und die Obergasse.
Feurige Augen
An der Spitze des Umzugs marschierten die «Städtlichläpfer», ihrerseits angeführt durch die Kinder im selben Kostüm. Aber natürlich ohne die schweren Drachenköpfe mit den feurigen Augen, die die Erwachsenen über ihren Häuptern trugen.
Es folgten die «Guggagässler Hinterforst» mit ihren zarten Rehgeweihen. Immer wieder ein originelles Bild. Samt imposantem Spiel und ebensolcher Lautstärke.
Die «Bazzaschüttler» Eichberg bewiesen mit ihren roten Helmbüschen, die an alte römische Zenturionskleidung erinnern, dass eben alle Wege nach Eichberg führen. Auch die musikalischen.
Biene-Maja-quergestreifte Kostüme
Mäntel aus Fuchs- oder anderen Pelzen und eine schwarze Zauselfrisur: die Mitglieder der «Lavaria Lüchingen» sind schon von weitem zu erkennen. Wie auch die «Bienawäbler Altstätten» in ihren Biene-Maja-quergestreiften Kostümen. Bienen, die nicht summen, sondern prächtig Krach machen.
Den Abschluss dieses Urknall-Umzugs machte die «Guggenmusik Räbäfäger». Und nach dem Umzug ging es zu den drei Bühnen, auf denen die Brachialmusiker abwechselnd bis spät in den Abend für Stimmung und Furore sorgten.
Und die Leute machten mit. Verpflegten sich an den an allen drei Bühnen postierten Getränke- und Foodstationen und drängten sich, um einen guten Blick auf die Musiker zu erhaschen.
Video: Ulrike Huber
Zeitweise war kein Durchkommen mehr. So etwa bei der Bühne im Garten des Museums Prestegg, wo es weder ein Vor noch ein Zurück gab. Oder beim Frauenhof. Oder auf dem Rathausplatz, wo die Guggigässler Hinterforst den musikalischen Anfang machten.