Ja, es gab für den Musikverein Konkordia Au am Samstagabend viele Gründe, «Danke» zu sagen. So lautete dann auch das Motto dieses Unterhaltungsabends. Denn hinter den Musikern liegt ein turbulentes Jahr. Ein Jahr mit dem Wechsel der Präsidentin. Ein Jahr, in dem eine neue, schmucke Uniform angeschafft wurde. Und ein Jahr, in dem ein grossartiges und vielgelobtes Kreismusikfest ausgerichtet wurde.
Ein musikalischer Blumenstrauss als Dankeschön
Absolut hörenswerte Musikstücke
Rund 350 Besucher, darunter sehr viele Mitglieder befreundeter Vereine waren gekommen, um die Musikunterhaltung unter dem Motto „Danke“ zu hören. Sie wurden nicht enttäuscht, denn sowohl die Jugendmusik Au-Berneck-Heerbrugg als auch der MV Konkordia Au selbst, gestalteten einen grossartigen Abend voller absolut hörenswerter Musikstücke.
Den Anfang machte die Jugendmusik. Aber nicht mit ihrem «Stammdirigenten» Matthias Hasler, der wegen Krankheit kurzfristig absagen musste, sondern mit dem sofort eingesprungenen Ersatz Simon Schmitter. Wie gut diese Jugendmusik inzwischen ist, hörte man daran, dass man nichts hörte, was auf den Dirigentenwechsel zurückzuführen gewesen wäre.
Routiniert und gekonnt
Wie die «Aktiven» spielten die «Jungen» absolut routiniert und gekonnt. Das junge Orchester klang wie aus einem Guss. Voller, satter Sound. Und eines zeigte die Jugendmusik noch: der Musiknachwuchs ist weit überwiegend weiblich. Also, ihr Jungmannen, die ihr gern ein Mädchen kennenlernen wollt, lernt ein Instrument und geht zur Blasmusik. Und habt bereits in der Jugendmusik mit dem tollen musikalischen Programm euren Spass.
Spass, wie ihn die jungen Musiker am Samstagabend ihrem Publikum bereiteten. Beispielsweise mit dem adrenalingetränktem «Mission: Impossible Theme». Einer sich ständig steigernden dramatischer Musik, die seit den Sechzigerjahren, als «Mission: Impossible» noch «Cobra, übernehmen Sie!» hiess und über die Schwarz-Weiss-Bildschirme flimmerte, nichts an Modernität und Aktualität eingebüsst hat. Grossartig, wie die Klarinetten und Flöten das Leitthema halten und von der Kraft und Dramatik der Blechbläser konterkariert werden.
Viel Freude an der Musik
Grossartig gespielt war auch der «Raiders March» des wohl besten aller Filmmusikkomponisten John Williams. Das Leitthema aus der «Indiana Jones»-Filmreihe wurde von den Jungmusikern wunderbar und mit viel Freude an der Musik intoniert.
Die Aktiven begannen ihr Konzert ebenfalls mit einer John Williams-Nummer, und zwar mit der Filmmusik aus dem ersten «Superman»-Film mit Christopher Reeves in der Hauptrolle. Wer diesen Streifen aus den frühen Achtziger Jahren gesehen hat, erinnerte sich bei der Version der Auer Musikanten an die damals tricktechnisch bahnbrechenden Szenen.
Video: Ulrike Huber
Tage voller Musik und Fest
Als grosses Dankeschön für die wohl noch lange in Erinnerung bleibenden phantastischen drei Kreismusiktage wurden von der «alten» Vereinspräsidentin Claudia Bleisch mit OK-Präsident Christoph Kempter und den OK-Mitgliedern Beat Sieber (Uniformbeschaffung), Conny Hartmann (Festwirtschaft) und Verena Federli wichtige Proponenten stellvertretend für alle, die mitgearbeitet hatten, auf die Bühne geholt. «Es waren tolle drei Tage voller Musik und Fest, an denen 4´440 Liter Bier ausgeschenkt wurden», so Claudia Bleisch. Was den im Publikum sitzenden Winzer Peter Indermaur zum Zwischenruf veranlasste: «Die sollen lieber Wein trinken!».
Es folgte mit «The Best of Earth, Wind and Fire» eine Nummer mit lässigem Swinging Jazz vom Allerfeinsten. Die Konkordia Au mit Dirigentin Katja Weber zeigte dabei, dass sie nicht nur ein gutes, sondern ein wirklich gutes Blasorchester darstellt. Voller Harmonie, bestens eingespielt und mit gegenseitigem Verständnis und dem Talent für exakte Einsätze. Und wunderbar begabten Solisten. Bevor es in die Pause ging, brachte man mit «Gallito» noch spanisches Temperament, und das Feeling von Stierkämpfen, Senioritas und Seniores musikalisch über die Bühne. Olé!
Turbulente und arbeitsreiche Jahre
Der zweite Teil des Abends brachte die Würdigung von Urs Reifler für seine fünzigjährige Tätigkeit als Blasmusiker und der Ernennung als eidgenössischem Veteran, sowie einen von der neuen Vereinspräsidentin Regula Zoller überbrachten grossen Dank für Claudia Bleisch für ihre erfolgreichen und mit Pandemie, neuer Dirigentin, neuer Uniform und den Kreismusiktagen äusserst turbulenten und arbeitsreichen Jahre als Vereinspräsidentin.
Den Dank für die finanzielle Unterstützung von der Orts-, der politischen sowie der Schulgemeinde und vielen anderen nahm stellvertretend für alle Sponsoren Oswald Welti von der Raiffeisenbank entgegen.
Auch musikalisch wurde noch so einiges geboten. So etwa ein grossartig gespielter Medley aus Melodien von Guy Chambers und Robbie Williams, der der OK-Präsidentin für diesen Abend unter dem Motto «Danke» Jasmin Hutter die Möglichkeit für ein einfühlsam-filigranes Solo mit ihrem Saxophon bot.
Staunenswertes Solo
Das staunenswerteste und längste Solo des Abends kam dann aber von Simon Schmitter. Er zeigte im Musikstück «Klarinettenteufel», dass er wohl selbst ein solcher Klarinettenteufel ist. Verblüffend wie fehlerfrei und blitzschnell seine Finger über das Instrument huschten.
Video: Ulrike Huber
Passender Song als Abschluss
Die tolle Vorstellung der Auer Musikanten verlangte natürlich nach Zugaben. Die letzte davon war passenderweise der Song «Dankeschön» der Fäaschtbänkler. Der Konkordia Au gebührt für diesen unterhaltsamen und fröhlichen Abend auch ein solches «Dankeschön».