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Berneck
19.01.2023
19.01.2023 09:36 Uhr

Turnhalle Stäpfli: Sanierung oder Neubau?

Bild: schule-berneck.ch
Nachdem die Seitenwände der Turnhalle Stäpfli im Sommer 2022 abgedichtet wurden, trat bei Dichtigkeitstests Wasser an rund 100 Stellen durch die Bodenplatten in die 40-jährige Turnhalle ein. Die Stimmbürger sollen nun über eine Sanierung für 4,1 oder einen Neubau für 8,5 Millionen Franken abstimmen.

Der Gemeinderat informierte im September 2022, dass deshalb die Eröffnung der Turnhalle Stäpfli im Oktober 2022 nicht möglich ist. Nach mehreren weiteren Dichtigkeitsproben kamen die Experten im November 2022 zum Schluss, dass eine vollständige Abdichtung der Bodenplatte mit Injektionen nicht möglich ist.

In der Folge wurden Abklärungen für die Einbringung einer zusätzlichen Bodenplatte aufgenommen. Dabei zeigte sich, dass die zusätzliche Bodenplatte rund 50 neue Mikropfähle bedingt, erhebliche Anpassungen (Mauerwerke, Verkleidungen, Türöffnungen und Türen) notwendig sind und Tritte bzw. Bodenübergänge geschaffen werden müssen, die eine gute funktionale Nutzung einschränken.

Die Kostenschätzung für diese Minimalvariante beläuft sich auf rund CHF 2,4 Mio. Ein Restrisiko bleibt, da im Bereich der Bodenplattenabschlüsse die Unternehmen keine Garantie abgeben.

In der vierzigjährigen Turnhalle Stäpfli sind in absehbarer Zeit weitere Bauteile wie Fensterfronten, Turnhallenbeleuchtung, die bauphysikalische Konstruktion der Aussenwände und das Flachdach zu erneuern.

Damit die Turnhalle Stäpfli nicht innert wenigen Jahren zweimal für längere Zeit geschlossen bleiben muss, wären diese Arbeiten vorzugsweise mit der Bodensanierung durchzuführen. Die Kostenschätzung für die Bodenerneuerung mit diesen weiteren Sanierungsmassnahmen beläuft sich auf rund CHF 4,1 Mio.

In Anbetracht der hohen Investitionskosten von CHF 4,1 Mio. in eine vierzigjährige Turnhalle liess der Gemeinderat auch die Kosten für einen Neubau abklären. Diese Kostenschätzung liegt bei rund CHF 8,5 Mio.

Die Sanierungskosten für die vierzigjährige Turnhalle von rund CHF 4,1 Mio. erachtet der Gemeinderat im Verhältnis zu den Neubaukosten von CHF 8,5 Mio. als sehr hoch, zumal die Funktionalität durch Übergänge/Tritte eingeschränkt wird und ein Restrisiko bezüglich Dichtigkeit bei den Bodenplattenabschlüssen bleibt.

Die Nachhaltigkeit eines energieeffizienten Neubaus, der wieder Jahrzehnte zur Verfügung steht, wie auch der Investitionskosten von CHF 8,5 Mio. bewertet der Gemeinderat als höher. Die jährlichen Mehrkosten für die Abschreibung über 30 Jahre bei einem Neubau machen rund CHF 150'000 aus.

Der Gemeinderat beantragt deshalb der Bürgerversammlung 2023 in der Investitionsrechnung einen Kredit von CHF 400'000, um die Planungsarbeiten für einen Neubau oder die Sanierung aufzunehmen, und im Budget einen Kredit von CHF 200'000, um die Halle mit einem Holzboden vorübergehend bis zum Baubeginn wieder eingeschränkt nutzbar machen zu können.

Über die definitive Ausführungsvariante entscheidet die Bürgerschaft an einer separaten Urnenabstimmung frühestens Ende 2023.

Sämtliche Arbeiten im Zusammenhang mit dem Hallenboden und der Abdichtung der Turnhalle sind unterdessen eingestellt.

pd/rheintal24.ch
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