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Au
18.01.2023
19.01.2023 16:47 Uhr

Hohe Kosten für Primarschulen - Steuererhöhungen in Au?

Gemeindepräsident Christian Sepin: «Es kann aber nicht sein, dass wir ständig vom Eigenkapital leben»
Gemeindepräsident Christian Sepin: «Es kann aber nicht sein, dass wir ständig vom Eigenkapital leben» Bild: Ulrike Huber
Die stark gestiegenen Kosten für die Auer Primarschulen werden voraussichtlich eine starke Erhöhung des Steuerfusses nach sich ziehen. Aber noch ist nichts fixiert.

«Ja, wie es derzeit ausschaut, werden wir um eine spürbare Erhöhung des Steuersatzes nicht herumkommen», sagt der Auer Gemeindepräsident Christian Sepin, angesprochen auf einen entsprechenden Artikel im «Rheintaler». «Aber noch liegen nur die provisorischen Zahlen vor. In einigen Wochen wissen wir mehr.»

Massiv erhöhte Kosten

Grund für den erhöhten Finanzbedarf sind massiv erhöhte Kosten für die Primarschulen sowie die Mittelschule. Allerdings ist auch der Voranschlag für diese Schulen noch nicht verabschiedet, wie Schulpräsident Christian Sticker anmerkt.

Die roten Zahlen in Au entwickeln sich seit 2021 zu einem Trend. Zunächst konnte die Gemeinde aber von ihrem Eigenkapital von 10 Millionen Franken zehren. Nach den Minusjahren 2021 und 2022 und dem prognostizierten Verlust 2023 wäre nur mehr ein Viertel davon übrig. «Es kann aber nicht sein, dass wir ständig vom Eigenkapital leben, deshalb werden wir dieses Jahr schon eine Steuererhöhung beantragen müssen", so Gemeindepräsident Sepin.

Im Gemeindeamt in Au werden derzeit Zahlen gewälzt Bild: Ulrike Huber

Sehr niedriger Steuerfuss

Im Gespräch ist eine Steigerung von etwa 20 Prozent des aktuellen, im kantonalen Vergleich sehr niedrigen Steuerfusses von 87 Prozent. Im Rheintal liegen nur die Gemeinden Balgach mit 64 Prozent, Widnau mit 76 Prozent und Diepoldsau mit 81 Prozent niedriger. Es ist also genug Spielraum nach oben vorhanden, ohne dass die Steuerzahler übermässig belastet werden.

Grund für die Misere sind nicht nur die steigenden Ausgaben, sondern auch die Tatsache, dass die Steuereingänge sowohl bei den juristischen Personen als auch bei den natürlichen Personen seit 2021 richtiggehend eingebrochen sind. So kamen von den juristischen Personen statt 4.81 Mio. Franken nur mehr 2.73 Mio. in das Gemeindesäckel.

Wichtig für Gemeindepräsident Sepin: «Ich bin zwar wegen der finanziellen Situation besorgt, aber es wäre sehr schade, wenn mehrjährige strategische oder regionale Projekte jetzt dem Rotstift zum Opfer fallen würden.»

rheintal24/gmh/uh
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