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Altstätten
03.10.2022
03.10.2022 11:51 Uhr

Hoher Besuch bei den Schwarzpulverschützen in Altstätten

Matchschützin Eyelyn Senn scheint hier in den Boden zu schiessen.
Matchschützin Eyelyn Senn scheint hier in den Boden zu schiessen. Bild: Mäx Hasler
Am Freitag besuchten Mitglieder des St.Galler Kantonalschützen Verbandes SKSV die Schwarzpulverschützen Altstätten.

Angeführt von Host Keller aus Staad, Bereichsleiter Leistungssport, trafen sich am Freitag am früheren Abend im Schwarzpulverstand Hädler 17 Mitglieder des SKSV zu einem Kennenlernen alter Waffen mit anschliessendem Probeschiessen. Darunter auch Patrick Sprenger von den Stadtschützen Altstätten und Peter Wagner vom FSV Oberriet, Matchschützen des Kantonalverbandes.

Auch Doris Alther, Abteilungsleiterin Leistungssport Gewehr, gab den Nostalgieschützen die Ehre. Zuerst wurden die «Greenhörner» antiker Waffen von Benno Büchel, Präsident der Schwarzpulverschützen Altstätten, SPSA, in die Welt historischer Waffen eingeführt. Dabei bekamen die modernen Schützen vom Mann mit dem Pulver im Blut viel Interessantes über antike Waffen zu Ohren.

Die mit 19 Punkten besten Greenhörner, v. l. Peter Wagner, Oliver Blatter und Horst Keller. Bild: Mäx Hasler

Allgemeines Staunen

Zum Beispiel über das Handrohr, mit dem später auch geschossen wurde, das seine Feuertaufe im Jahr 1350 hatte. Dieses Handrohr wurde von Kunstschmied  Benno Büchel originalgetreu nachgebaut und inzwischen an Schwarzpulver Vereine in die ganze Welt verschickt. Seine ersten Nachbauversuche scheiterten, wie es selbst sagte, kläglich.Oder über die Mönchsbüchse, der ältesten Pistole der Welt, deren Ursprung auf das 15. Jahrhundert zurückgeht.

Dieses Taschenhandrohr, dessen Original im grünen Gewölbe in Dresen ausgestellt ist, wurde von Otto Büchel aus Oberriet detailgetreu und funktionsfähig nachgebaut. Im Internet gibt es inzwischen solche Replika zu kaufen.Was Büchel im Weiteren über das Schwarzpulverschiessen erzählte war buchstäblich Fachchinesisch für die staunenden Zuhörer. Unter anderem dass Schützen manchmal jahrelang tüfteln bis man seinem Gewehr auf die Schliche kommt. All seine Informationen würden hier den Platz sprengen.

  • Interessiert hören die SKSV Mitglieder den Erläuterungen von Benno Büchel. Bild: Mäx Hasler
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  • Von Benno Büchel, dem Mann mit Pulver im Blut. gab es viel Wissenswertes über alte Waffen. Bild: Mäx Hasler
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Erster Schwarzpulverschuss

Geschossen wurde dann aber mit dem grossen Handrohr und den Ordonanzpistolen 1817 und 1842. Jeder Teilnehmer hatte je einen Schuss und wenn ein Zehner geschossen wurde hiess es Zufall. Wobei ein Nuller, der meistens von Hohn begleitet wurde, doch auch ein Zufall war denn ein zweiter Schuss hätte vielleicht gesessen.

Drei Besucher schossen je 19 Punkte nämlich Organisator Horst Keller, Staad, der wie er sagte selbst nicht wusste dass schon vor 700 Jahren mit Pulver geschossen wurde, Oliver Blatter, St. Gallen und Peter Wagner Oberriet.

Ein fast perfekter Chlapf von Patrick Sprenger aus Montlingen. Bild: Mäx Hasler

Nix für mich

Auf die Frage an Wagner ob er das Anmeldeformular für die SPSA schon ausgefüllt habe antwortete dieser: «Nee das ist glaube ich nix für mich. Ich bleibe bei meinem Standardgewehr oder dem Sturmgewehr 57.» Laut Wagner habe das 57-er den stärkeren Rückschlag als das Handrohr. A

Auch Patrick Sprenger konnte sich nur mässig mit den Schwarzpulverwaffen anfreunden. «Ich hätte eigentlich lieber mit einem Langgewehr geschossen das wäre für mich reizvoller gewesen» sagte der andere Rheintaler Spitzenschütze. Obwohl er mit der Pistole eine 10-er aber mit dem Handrohr einen Nuller schoss.

Beim Anschliessenden Fachsimpeln im Rest. Freischütz war der Respekt, der den Vorderlader Schützen entgegengebracht wird, herauszuhören und auch das Wort Spass machte öfters die Runde. Weil vor dem Freischütz gleichzeitig die Pyro Show der Riettüfel Triber lief wurde auf das Modellkanonen Schiessen verzichtet nicht aber auf das Anstossen auf einen nicht alltäglichen Abschlusshöck der Kantonalschützen.

Passend zum Vorderladerschiessen führten die Riettüfel Triber ihre Pyroshow vor. Bild: Mäx Hasler
Mäx Hasler