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Rebstein
02.10.2022

Von Wasserlöchern und einem Piloten, der nicht schwimmen kann

Hans-Peter Enderli hat wieder Wundersames und Erbauliches zum Thema Reise und Urlaub vorgelesen
Hans-Peter Enderli hat wieder Wundersames und Erbauliches zum Thema Reise und Urlaub vorgelesen Bild: Ulrike Huber
Hans-Peter Enderli hat Freitag- und Samstagabend im Gasthaus Hub ober Rebstein den Sommer für kurze Zeit zurückgeholt. Mit Kurzgeschichten über das Reisen und die Urlaubszeit.

Es ist bereits Tradition, dass pro cultura Rebstein jährlich Lesungen mit Hans-Peter Enderli veranstaltet. Und es ist Tradition, dass diese im urchigen, kleinen und originellen Saal des Restaurant Hub in Rebstein stattfinden.

Elisabeth Graf von pro cultura Rebstein begrüsste die Besucher Bild: Ulrike Huber

Was inzwischen auch Tradition ist? Dass Tiina Tomson und Andi Loser Enderlis Lesungen musikalisch begleiten. Mit Volksliedern aus aller Welt. So führte diese «Reise nach Noten» in diesem Jahr unter anderem nach Lettland, Tansania, Ukraine oder Kuba.

Die Lesung fand in der urchigen Atmosphäre des Saals im Restaurant Hub statt Bild: Ulrike Huber

Ein wunderbares musikalisches Hörvergnügen für die Besucher. Tiina Tomson bezauberte wieder mit ihrer klaren, manchmal zerbrechlich, manchmal stark klingenden Stimme. Andi Loser überzeugte mit grosser Fingerfertigkeit am Keyboard.

Hans-Peter Enderli und Tiina Tomson Bild: Ulrike Huber

Elisabeth Graf von pro Cultura Rebstein, das die beiden Enderli-Lesungen am Freitag- und am Sonntagabend veranstaltete, durfte am ersten Abend fünfzig Besucher begrüssen. Volles Haus. Und am zweiten Abend kamen dreissig Leute, womit es im «Hub» eigentlich auch schon voll ist.

Andi Loser Bild: Ulrike Huber

Aber kommen wir zum Mittelpunkt dieser Vorleseabende. Zu Hans-Peter Enderli und seiner sonoren, sehr gut verständlichen und modulierten Vorlesestimme. Und zu den von ihm vorgetragenen Kurzgeschichten, die sich alle rund um das Reisen drehten. Um vergnügliche und überraschende Begebenheiten aus verschiedenen Ländern und Kulturen.

Video: Ulrike Huber

So die Mär um ein Wasserloch in Südafrika, um das sich zwei alte Sturköpfe und Farmer balgten. Aber eigentlich immer nur, wenn lange Trockenheit geherrscht hatte. Zu einem solchen Zeitpunkt gerieten sie sich bei diesem Wasserloch, weitab von anderen Menschen, ins Gehege und kamen letztlich schwer verletzt unter einem Baum zu liegen.

Bild: Ulrike Huber

Als sie gerade ihren Streit begraben hatten, hörten sie endlich Rettung nahen. Doch die vermeintlichen Retter stellten sich dann als Löwen heraus. Nicht um Löwen, sondern um einen kalt-grausamen Ehemann ging es in einer Geschichte aus Deutschland. Ein leidenschaftlicher Pilot, dessen Wahlspruch «Zuerst denken, dann handeln» lautete.

Was seine geplagte Ehegattin genüsslich wiederholte, als der Nichtschwimmer und Pilot im Überschwang der Gefühle nach einer geglückten Landung aus dem Cockpit hüpfte. Was er dabei vergass: er hüpfte aus einem Wasserflugzeug direkt ins kühle Nass. «Zuerst denken, dann handeln!»

Tiina Tomson überzeugte wieder mit ihrer klaren Stimme Bild: Ulrike Huber

Äusserst vergnüglich wieder eine von Hans-Peter Enderli unnachahmlich vorgetragene Geschichte aus dem Leben des «Kleinen Nick». Die Comic-Figur aus der Feder von Zeichner Sempé (Illustrationen) und Asterix-Erfinder René Goscinny ist eine Kinderbuchserie, die zwischen 1959 und 1964 veröffentlicht wurde. Erzählt werden die alltäglichen Erlebnisse eines kleinen Jungen namens Nick. Die Geschichten gelten als frühes Beispiel für moderne Kinderliteratur, in der die kindliche und nicht die erwachsene Weltanschauung im Mittelpunkt steht.

In der Pause gab es viel über die vorgelesenen Geschichten zu reden Bild: Ulrike Huber

Köstlich die Schilderung der jedes Jahr wiederkehrenden Urlaubortssuche in der Familie des Kleinen Nick. Wie der Vater immer auf Erholung am Sandstrand und beim Tauchen drängt. Und es die Mutter immer wieder schafft, sich mit vielen Tricks und Täuschungen letztlich durchzusetzen.

rheintal24/gmh/uh