Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Oberriet
22.09.2022
22.09.2022 15:24 Uhr

Wie Biodiversität am Zapfenbach gefördert wird

Auf einer Strecke von einem Kilometer wird am Zapfenbach in Kriessern derzeit Letten abgetragen. Durch den Eingriff soll die Biodiversität verbessert werden.
Auf einer Strecke von einem Kilometer wird am Zapfenbach in Kriessern derzeit Letten abgetragen. Durch den Eingriff soll die Biodiversität verbessert werden. Bild: Ralph Dietsche
Am Zapfenbach in Kriessern wird derzeit nährstoffreiches Böschungsmaterial abgetragen. Ziel ist es, die Biodiversität zu fördern und den Unterhaltsaufwand zu reduzieren. Von den Massnahmen profitieren auch die Landwirte.

Rund 1'650 Kubikmeter Letten werden in diesen Tagen entlang des Zapfenbachs bei Kriessern abgetragen. Die erste Etappe erstreckt sich über eine Länge von einem Kilometer. In den nächsten Jahren sind drei weitere Etappen geplant. «Ziel der Arbeiten ist es, Gestrüpp und nährstoffreiches Böschungsmaterial zu entfernen. Damit wird die Biodiversität gefördert», sagt Sascha Weder, Geschäftsführer des Zweckverbands Rheintaler Binnenkanal. Dieser ist neben dem Unterhalt für den Rheintaler Binnenkanal auch für den Unterhalt des Zapfenbachs zuständig.

«Neu werden Bereiche mit Kiesflächen geschaffen, Buschgruppen gepflanzt und die Böschung wird mit einer geeigneten Samenmischung mit einem speziellen Saatroboter angesät», weiss Sascha Weder. Die Flächen, welche derzeit bearbeitet werden, sind an einen Landwirt verpachtet. Dieser ist für die ordentliche Pflege des Abschnitts besorgt. Die Böschungen können als landwirtschaftliche Nutzfläche angemeldet werden. Für die Pflege der Grundstücke erhalten die Landwirte Unterstützungsbeiträge. Neu gibt es für Landwirte auch Beiträge für die Pflege von Hecken. Diese werden vorwiegend im Bereich der Wasserkante angepflanzt. Der Vorteil der Umgestaltung liegt einerseits in der Erhöhung der Biodiversität, der Beschattung des Gewässers und andererseits längerfristig in der Reduktion des Unterhaltsaufwands.

Neophyten wird der Kampf angesagt

In den ersten Jahren muss der Neophyten-Bekämpfung ein besonderes Augenmerk geschenkt werden. Die exotischen Problempflanzen versuchen sich auf den offenen Flächen auszubreiten und die einheimischen Pflanzen zu verdrängen. Entsprechend müssen die Neophyten akribisch und mit grossem personellem Aufwand bekämpft werden.

Nur so kann man die einheimischen Pflanzen fördern. Dieser Mehraufwand nimmt ab, sobald die Böschungen mit den einheimischen Pflanzen verdichtet sind. Ein weiteres Thema am Zapfenbach ist der Biber. «Mittlerweilen gibt es beim Zapfenbach vier aktive Biberbauten», weiss Sascha Weder. Sämtliche Bauten befinden sich im Bereich des Baggersees und stellen für die Entwässerung kein Problem dar. Die Situation wird vom Zweckverband Rheintaler Binnenkanal zusammen mit dem zuständigen Wildhüter beobachtet.

Bedeutendes Aufzuchtgewässer

Der Zapfenbach dient dem Fischereiverein Oberrheintal als Aufzuchtgewässer. Damit er stets genügend Wasser führt, wird der Bach künstlich mit Wasser aus dem Rheintaler Binnenkanal gespiesen. Durch die Installation einer neuen Pumpensteuerung werden Störungen automatisch gemeldet und bei einem Ausfall einer Pumpe wird automatisch auf die zweite Pumpe umgeschaltet. Neu kann die zugeführte Wassermenge reguliert werden. Die konstante Wasserführung ist wiederum ein Vorteil für die angestrebt Biodiversität und die Entwicklung der Fische.

Ralph Dietsche