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Altstätten
22.09.2022

«Bereitschaft zur Hilfe und Unterstützung ist am Kippen»

Der Präsident der Fachstelle Integration Rheintal Alex Arnold und die Referentin Claudia Nef
Der Präsident der Fachstelle Integration Rheintal Alex Arnold und die Referentin Claudia Nef Bild: Ulrike Huber
Über Einladung der Fachstelle Integration Rheintal hat Claudia Nef als Geschäftsleiterin des Trägervereins Integrationsprojekte Sankt Gallen - TISG in einem Vortrag im Museum Prestegg über die aktuelle Situation bei Flüchtlingen und Asylverfahren informiert.

«Das WIR in Fotos - Gemeinsam Leben im Rheintal», die Wanderausstellung von Margit Bartl-Frank, die mit geflüchteten Menschen, Migranten, Migrantinnen und Einheimischen erarbeitet wurde und einen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis leisten soll, macht derzeit Station im Museum Prestegg in Altstätten.

Zwei Veranstaltungen zur Vertiefung des Themas

Zur Vertiefung des Themas hat die Fachstelle Integration des Vereines St.Galler Rheintal zu zwei Veranstaltungen eingeladen. Am Dienstag referierte Claudia Nef, Geschäftsführerin des TISG (Trägerverein für Integrationsprojekte St.Gallen) zum Thema «Asylverfahren im Kanton St.Gallen». Und heute, Donnerstag, soll ebenfalls im Museum Prestegg ein Podiumsgespräch mit geflüchteten Menschen, das von Urs Urech moderiert stattfinden.

  • Claudia Nef referierte über das Asylverfahren in St.Gallen, wie zum Beispiel über den Verteilmechanismus auf die Gemeinden Bild: Ulrike Huber
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  • Im Herbst 2021, nach der Machtübernahme der Taliban, kamen verstärkt afghanische Flüchtlinge Bild: Ulrike Huber
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  • Ursula Stadlmüller-Mattle war unter den interessierten Zuhörern Bild: Ulrike Huber
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Anlässlich des Vortrags von Claudia Nef übernahm der Präsident der Fachstelle Integration Rheintal Alex Arnold die Begrüssung der interessierte Zuhörer und ging dabei auch auf die genannte Fotoausstelllung von Margit Bartl-Frank ein, die «Herz und Hirn» erreiche.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Claudia Nef berichtete dann, dass man sich beim TISG schwerpunktmässig mit der Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen befasse. Derzeit würden sich 104 solcher Personen im Kanton aufhalten, wovon gleich 92 aus Afghanistan kommen. Claudia Nef las aus dem Buch «Über 7 Grenzen» vor, in dem Geschichten dieser Menschen geschildert werden.

  • Die Veranstaltung fand im Götterzimmer des Museums Prestegg statt Bild: Ulrike Huber
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  • Eine schematische Darstellung des aktuellen Asylverfahrens Bild: Ulrike Huber
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In diesem Jahr haben die Menschen aus der Ukraine den weitaus höchsten Anteil an den Flüchtlingen, die in die Schweiz kommen. Die Ukrainer erhalten sofort den Schutzstatus S, mit dem sie selbst ihren Wohnort bestimmen und sofort Arbeit annehmen dürfen. Im Kanton St.Gallen leben derzeit rund 3´500 Menschen, die vor dem von Putin initiierten Angriffskrieg geflüchtet sind. In diesem Zusammenhang musste Claudia Nef leider feststellen, dass «die Bereitschaft, zu helfen und zu unterstützen, kippt derzeit.»

Allen Flüchtlingen helfen

Die TISG versucht, allen Flüchtlingen zu helfen. Eine Schlüsselrolle kommt dabei wohl den Integrationszentren zu, in denen Deutschkurse mit bis zu 24 Lektionen pro Woche angeboten werden. Die Flüchtlinge werden hier maximals sechs Monate untergebracht.

Claudia Nef erläuterte als Geschäftsführerin des Trägervereins Integrationsprojekte St.Gallen TISG dessen Aufgaben und Aktivitäten. Man erfülle im Auftrag aller 77 St.Galler Gemeinden Aufgaben in der Unterbringung, der Betreuung sowie der sozialen und beruflichen Integration von Flüchtlingen. Rund 120 Mitarbeitende im ganzen Kanton engagieren sich für eine nachhaltige Integration.

rheintal24/gmh/uh