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Sensation: erstmals Wildkatze in unserer Region nachgewiesen

Bild: shutterstock.com
Eine Sensation aus dem Tierreich: es wurde erstmals ein Exemplar der Europäischen Wildkatze in Vorarlberg nachgewiesen. Der Mäuse- und Vogeljäger streift durch das Dornbirner Berggebiet bei Ebnit.

Nach Informationen des ORF konnten Mitarbeiter des Büros für Wildökologie und Forstwirtschaft zusammen mit Experten des Naturschutzes und der Jägerschaft im Ebnitertal und im Frödischtal, beides auf Dornbirner Gemeindegebiet eine Wildkatze fotografieren. Nach der DNA-Analyse einer Haarprobe herrscht nun Gewissheit: Die Katze, die durch das Dornbirner Berggebiet streift, ist eine Europäische Wildkatze.

Genetischer Nachweis

Es ist dies der erste hieb- und stichfeste genetische Nachweis einer freilebenden Wildkatze in der Rheintalregion. Diese Art galt bisher bei uns für ausgestorben. Denn die Europäische Wildkatze zählt zu den seltensten und unbekanntesten an und für sich heimischen Säugetierarten. Durch ihre überaus scheues und vorsichtiges Verhalten ist der Wissensstand über dieses schöne Tier dürftig.

Was an ihrer verborgenen Lebensweise als dämmerungs- und nachtaktiver Jäger und auch an ihrem Aussehen liegt: sie ist leicht mit einer „normalen“ getigerten Hauskatze zu verwechseln. Um Wildkatzen aufzuspüren, arbeiten Wildökologen mit Wildkameras und Lockstöcken.

Das reinste Aphrodisiakum

Was ein Lockstock ist? Nichts anderes als ein rauer Holzpflock, der mit einer starken Baldrian-Tinktur präpariert und in den Waldboden eingeschlagen wird. Für uns Menschen ist Baldrian beruhigend. Für Katzen allgemein das reinste Aphrodisiakum. Von dem die Katze angezogen wird. Sie reibt sich am Lockstoff, wobei Fellhaare zurückbleiben, die dann genetisch analysiert werden können.

Auf der Suche nach der Wildkatze kamen den Wildökologen auch Luchse vor die Kamera. Derzeit sollen mindestens sechs Exemplare im Ländle ihre Kreise ziehen.

Die Europäische Wildkatze oder Waldkatze (Felis silvestris) ist eine Kleinkatze, die in Europa von der Iberischen Halbinsel bis Osteuropa (westliche Ukraine), in Italien, auf dem Balkan, in Anatolien, im Kaukasus und in den schottischen Highlands vorkommt. Da sie eine relativ weit verbreitete Katze ist, wird sie in der Roten Liste der IUCN seit 2002 als Nicht gefährdet (Least Concern) geführt.

Die Europäische Wildkatze wurde durch in der Schweiz von Pro Natura als Tier des Jahres 2020 ausgewählt.

Im Erscheinungsbild ist die Wildkatze massiger und kraftvoller als die Hauskatze und sie hat in Relation zum Körper längere Beine als diese. Ausgewachsene männliche Wildkatzen weisen eine Kopf-Rumpf-Länge von 55 bis 65 cm auf, haben einen 27 bis 32 cm langen Schwanz und erreichen ein Gewicht von 3,8 bis 7,3 kg. Weibchen sind mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 47 bis 57,5 cm und einer Schwanzlänge von 25 bis 32 cm und einem Gewicht von 2,4 bis 4,7 kg deutlich kleiner.

In der Schweiz wurde die Katze im 18. und 19. Jahrhundert stark dezimiert oder, wie im Mittelland, ganz ausgerottet. Sie ist seit 1962 eine Geschützte Art. Ihr Vorkommen konzentriert sich auf den Schweizer Jura, da alle Wildkatzen, die in den letzten Jahrzehnten nachgewiesen werden konnten, aus diesem Gebiet stammen.

Quelle: Wikipedia

 

rheintal24/gmh/uh