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Altstätten
15.09.2022

Vier Rheintaler Vorderlader-Schützen fahren an die EM

Spitzenschützin Esther Eggenschwiler schoss mit Ihrer Luntenmuskete 89 Punkte
Spitzenschützin Esther Eggenschwiler schoss mit Ihrer Luntenmuskete 89 Punkte Bild: PD
Am Wochenende traf sich die Elite der Schweizer Vorderlader-Schützen mit internationalen Gästen zu einem Wettkampf im Hädler. Im Pulverdampf wurden verschiedene Spitzenresultate geschossen.

Autos mit Kennzeichen aus Genf über Bern, Zürich, St.Gallen bis Ticino belegten am Wochenende die Parkplätze in den Schiessständen im Hädler. Darunter auch solche mit deutschen und österreichischen Nummernschildern. Grund war das internationale Vorderlader-Schiessen, das regelmässig von den Schwarzpulver-Schützen Altstätten (SPSA) durchgeführt wird.

Paukenschlag

Dieses Schiessen, eines von drei Schiessen für die Qualifikation zur Europameisterschaft, begann mit einem Paukenschlag: Hanspeter Rüfenacht aus Bottenwil AG, Stammgast im Hädler, sorgte mit dem Maximum von 100 Punkten schon am Samstagmorgen für den ersten Höhepunkt.

An diesem Superresultat mit der Tanegashima-Luntenmuskete stehend bissen sich die folgenden Schützen dann die Zähne aus.

Andy und Jenny Mosch sowie Inge und Herbert Grad schafften die Qualifikation für die Europameisterschaft Bild: PD

Grad konnterte

Bis dann Herbert Grad ins Geschehen eingegriffen hat. Der Thaler konterte mit der Hizadai-Luntenmuskete auch über 50 Meter stehend mit dem gleichen Resultat. Rüfenacht schoss in der gleichen Kategorie dann nochmals einen 100-er, musste allerdings hinter Grad mit dem zweiten Rang vorlieb nehmen weil sein letzter Tiefschuss vier Millimeter weiter von der Scheibenmitte weg war als Grads Schuss.

Rüfenacht gewann am Schluss vier Kategorien und wurde noch Zweiter und Dritter. Grad gewann auch zwei Kategorien und wurde noch Zweiter.

Spitzenresultate

Doch auch andere Teilnehmer sorgten für einige Spitzenresultate, denn insgesamt wurde in 16 Kategorien geschossen. Jürg Niederhäuser aus Moosseedorf BE und Adrian Weber aus Arth SZ durften sich auch zweimal als Sieger ausrufen lassen.

Auch gut lief es den anderen Rheintaler Anwärtern auf die Teilnahme zur Europameisterschaft: Diese schafften alle drei – Inge Grad mit einem ersten und vierte Rang, Andy Mosch mit einem dritten Platz. Die junge Jenny Mosch verpasste zwar das Podest, darf aber auch zur EM nach Frankreich fahren.

Die junge Schützin hatte einen interessierten Zuschauer und Tippgeber: HP Rüfenacht war begeistert, wie routiniert die junge Dame schon schiesst und welche Ruhe sie ausstrahlt.

Die 16-.jährige Jenny Mosch, Altstätten, voll konzentriert im Pulverdampf ihres Vetterli-Gewehrs Bild: PD

Frauenpower

Noch ein Wort zur Walkyrie, die Kategorie der Frauen. Diese wurde, wen wunderts, eine Beute der mehrfachen Weltmeisterin Tania Heber aus Daisendorf DE, 98 Punkte vor Lorena Schneider, Egesheim DE, 95, Inge Grad, Thal, 94, Katharina Stierli, Reinach AG, 92, Esther Eggenschwiler, Matzendorf SO, 92 und Jenny Mosch, Altstätten, 85 Punkte.

Stierli wies dann mit dem Vetterli-Perkussionsgewehr 50 Meter stehend mit 97 Punkten alle 25 teilnehmenden Herren in die Schranken.

Das Laden eines Vorderladers dauert ... Bild: PD

Tanegashima oder Tanzuzu zum Beispiel sind japanische Bezeichnungen der Gewehre, Das Vorderladerschiessen hatte ja seinen Ursprung im fernen Osten.

Vetterli oder Kuchenreuter sind Firmennamen. Interessant ist auch, die Vorbereitungen der Vorderladerschützen zu beobachten. Das ist ein richtiges Zeremoniell – bis der erste Schuss draussen ist, haben Militärschützen wohl schon das ganze Programm geschossen inklusive Erfolgsbier. Trotzdem macht das Vorderladerschiessen viel Spass, wie Meisterschützin Katharina Stierli betonte.

Auch Revolverschützen versuchten, die Quali zu schaffen Bild: PD
Max Hasler/rheintal24.ch
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