Vor nunmehr 75 Jahren wurde der Verein Volkshochschule Rheintal gegründet. Man schrieb das Jahr 1947. Schon 1946 hatten die ersten Vorlesungen stattgefunden. Sozusagen als Probebetrieb. Es war die Zeit kurz nach den Entbehrungen der Weltkriegsepoche, als erstmals schweizweit der Bedarf nach Erwachsenenbildung wuchs. Seither haben sich unzählige Menschen in den Kursen der VHS Rheintal weiterbilden können.
Neugierig sein und bleiben - 75 Jahre VHS Rheintal
Grussbotschaften überbracht
Michael Vogt, der Vizepräsident des Vereins Volkshochschule Rheintal, durfte zur Jubiläumsfeier am späten Samstagnachmittag im Diogenestheater Altstätten neben den Vereinsmitgliedern zahlreiche Ehrengäste begrüssen, ehe die Grussbotschaften überbracht wurden.
So etwa von dem für das Bildungsressort zuständigen Regierungsrates Stefan Kölliker. «Hier wurde etwas geschaffen, das Bestand hat» so Kölliker, «Immer wieder schafft man dabei den Spagat zwischen bescheidenen Ressourcen und einem hochstehenden Angebot.»
Was die Volkshochschulen für die Menschen bedeuten können, habe er selbst erfahren, als er nach der Überwindung einer Krebserkrankung 2014 an der VHS Wil über sein Leben mit dieser Krankheit berichten durfte. «Das lebenslange Lernen und die Weiterbildung sind notwendig und sowohl für den Einzelnen als auch die Gesellschaft vorteilhaft.»
Mens sana in corpore sano
Stadtrat Christoph Hanselmann überbrachte die Glückwünsche der Stadt Altstätten. Es gebe heute am Samstag zwei wunderbare Anlässe in Altstätten: den Städtlilauf und das 75-Jahr-Jubiläum der Volkshochschule. „Mens sana in corpore sano. Wer in der VHS war, weiss wahrscheinlich, was dieser Spruch bedeutet.“ Es sei wichtig, neugierig zu sein und neugierig zu bleiben.
Diogenes-Präsident Michel Bawidamann zeigte in seiner Grussbotschaft als Hausherr die Parallelen zwischen den beiden Vereinen Diogenes und Volkshochschule Rheintal auf. So etwa viele gemeinsame Mitglieder. „Wir dürfen sicher auf eine breite Doppelmitgliedschaft verweisen.“ Beide Vereine seien aus ähnlichen Beweggründen entstanden. Der eine für die Bildung, der andere für die Kultur.
Älter und dauerhafter
Auch der Verein St.Galler Rheintal befand sich in Person von Geschäftsleiterin Sabina Saggioro unter den Gratulanten. «Der Kürzel VHS steht für zwei Dinge: für die Volkshochschule und für die in den Achtzigern aufgekommenen Videokassetten. Doch im Gegensatz zu den Kassetten, wurde die Volkshochschule älter und ist dauerhafter.» Die Kurse seien seriös und qualitativ hochstehend, aber nicht allzu akademisch. «Ich wünsche auch für die kommenden 75 Jahre viel Inspiration und Erfolg!»
Die Laudatio auf das Jubiläumskind hielt der Alt-Präsident Dr. Reinhard Waibel. Sechs Pfeiler seien es, auf denen die Arbeit und das Management der Volkshochschule beruhe: Inhalt, Referenten, Hörer, Vorstände, Präsidenten und die Sponsoren. In einer Zeit, wo die Trennlinien zwischen Fake und Facts immer unschärfer werden, wird es immer wichtiger, sich mit Fakten weiterzubilden.
Weitsichtig und konsequent
«Die Volkshochschule Rheintal, die schon 1946 initiiert wurde, wurde weitsichtig und konsequent grossgezogen. Und agierte ähnlich einem Familienbetrieb in enger Zusammenarbeit und etwas öffentlichkeitsscheu.» Waibel erinnerte sich an die vielen Bettelbriefe, die er oft genug ohne Rückantwort an die Gemeinden versendet habe, um Geld für den Verein und die Erwachsenenbildung zu bekommen. «Jetzt haben wir eine stabile Stütze im Verein St.Galler Rheintal, wofür ich Präsidentin Sabina Saggioro gar nicht genug danken kann. Deshalb überreiche ich ihr eine virtuelle Blume. Eigentlich sollte es eine rote Rose sein, aber das erinnert wohl zu stark an den Bachelor. Stattdessen bekommt sie ein virtuelles Vergissmeinnicht von mir.»
Insgesamt 93 Vorstände hätten in der Zeit des Bestehens der VHS unentgeltlich im Ehrenamt gedient. Ihnen allen sei man zu grossem Dank verpflichtet. Wie auch dem aktuellen Präsidenten Benedikt Weissenrieder, der sich, wie etwa auch Kantonsräte Meinrad Gschwend und Michael Schöbi unter den Ehrengästen und Besuchern befand.
Video: Ulrike Huber
Typischer Barbershop-Sound
Die Feierstunde wurde mit einem Kurzkonzert des «Five Gold Rings Barbershop Quartetts» abgeschlossen. Eine vierköpfige a-capella-Band, die typischen Barbershop-Sound bot. Was man sich darunter vorstellen kann. Am ähnlichsten ist wohl der Sound von «Manhatten Transfer« oder auch der «Comedian Harmonists». Das Publkum jedenfalls zeigte sich begeistert.