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Altstätten
08.09.2022
08.09.2022 16:06 Uhr

Einblicke in die Dynamik eines Rutschgebietes

Bild: Urs Hess
«Boden in Bewegung» unter diesem Titel stand die jüngste Veranstaltung des Naturschutzvereins Altstätten. Die Exkursion führte vom Stoss nach Hinterforst und gab spannende Einblicke in die Dynamik eines Rutschgebietes.

Boden ist nicht immer stabil. Dass Boden im grossen Stil abrutscht, ist in Altstätten keine Seltenheit. Deutlich sieht man dies im Wydentobel, wo im Verlaufe der letzten Jahrzehnte grosse Massen an Erd- und Felsmaterial abgerutscht sind. Vor gut 90 Jahren stürzten grosse Massen an Erd- und Felsmaterial ab und rissen sogar die Hauptstrasse mit. Die Stossstrasse musste in der Folge im oberen Teil völlig neu gebaut werden.

Inzwischen ist es keineswegs ruhig geworden. Es kam an anderen Orten zu Rutschungen und Dutzende von Millionen Franken wurden in die Bauchverbauungen investiert. Dies mit dem Ziel, das Tobel zu stabilisieren.

Wieso rutscht es überhaupt? Wie sieht man dies in der Landschaft? Was sind die Folgen? Kann man vorbeugen? Hat dies Auswirkungen auf die Natur und auf die Infrastruktur? Auf Fragen dieser Art gab Exkursionsleiter Meinrad Gschwend Auskunft. Im Verlaufe der Exkursion kam die Gruppe an mehreren Stellen vorbei, an denen man die Fliessbewegungen und deren Folgen besonders deutlich sieht.

Vielfach hat dies mit der Schichtung des Gesteins und vor allem mit dem eindringenden Wasser zu tun. Deswegen gilt es, Wasser kontrolliert abzuleiten und die Böschungen der Bäche entsprechend zu sichern. Das allein bringt aber keine Sicherheit. Das zeigte sich vor zwei Jahren als n rund 125‘000 Kubikmeter Waldboden ins Rutschen gerieten und rissen den ganzen Wald mit sich rissen.

Unter der Leitung von Meinrad Gschwend erfuhr man viel Spannendes zum Thema Boden in Bewegung. Bild: Urs Hess

Natürlich wurde an der Exkursion auch diskutiert, ob es Sinn macht, den Bach mit zahlreichen Sperren zu verbauen. Oder ob nicht geprüft werden müsste, die Natur und eben das unruhige Tobel sich selbst zu überlassen. Sicher gilt es genau abzuwägen, was man tun kann und wie weit der Aufwand gehen kann, um das Siedlungsgebiet zu schützen. Gewiss ist, dass nicht alles machbar und dass es keine absolute Sicherheit geben kann.

Der Anlass «Boden in Bewegung» war Teil der diesjährigen Veranstaltungsreihe des Naturschutzvereins zum Thema Boden. Der nächste Anlass - am 21. September - wird dem Aufbau und der Zusammensetzung des Bodens gewidmet sein.

pd/rheintal24
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