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Altenrhein
04.07.2022
04.07.2022 14:52 Uhr

Ju-52 bleibt am Boden - Standort Widnau soll geschlossen werden

Die «Tante Ju» bleibt wohl auf dem Boden: Die Ju-52, die aktuell in Altenrhein steht, kann voraussichtlich nicht mehr flugfähig gemacht werden.
Die «Tante Ju» bleibt wohl auf dem Boden: Die Ju-52, die aktuell in Altenrhein steht, kann voraussichtlich nicht mehr flugfähig gemacht werden. Bild: aerokurier.de
Die «Tante Ju» wird wohl nicht mehr abheben: Die Junkers Flugzeugwerke mit Sitz in Widnau und Unterhaltsbetrieb am Flughafen Altenrhein wollten ein Exemplar des historischen Flugzeugs Ju-52 eigentlich im Frühling 2023 wieder in die Luft bringen. Doch daraus wird voraussichtlich nichts.

Grund für das Grounding ist eine Umstrukturierung bei der Junkers Flugzeugwerke AG. Dieses Unternehmen sollte das historische Flugzeug HB-HOS aus dem Jahr 1939 in Altenrhein SG wieder flugtauglich machen.

Ein Teil der Belegschaft wird nun aber entlassen, wie das Branchenmagazin «Skynews» Ende Juni schrieb. Chef Dieter Morszeck will aber seine Junkers Flugzeugwerke AG nicht liquidieren, sondern nur redimensionieren. So sei beabsichtigt, die Tätigkeiten in Widnau einzustellen, womit auch ein Personalabbau verbunden ist, und den Betrieb in Altenrhein auf Unterhaltsarbeiten zu reduzieren. Derzeit laufe ein Konsultationsverfahren mit den betroffenen Mitarbeitenden, teilte Dieter Morszeck gegenüber «Skynews» weiter mit.

Im Frühjahr noch optimistisch

An der Aviatik-Messe AERO 2022 in Friedrichshafen sorgte das Unternehmen für Aufsehen mit der Ankündigung, eine Neuauflage der legendären Ju-52 bauen lassen zu wollen. Die finale Entscheidung, ob dieses Flugzeug gebaut wird, sei aktuell noch offen, so Morszeck weiter. 

Der Chef der Flugzeugwerke sagte in dem Artikel, dass er deshalb nicht davon ausgehe, dass die Maschine wieder flugtauglich werde. Die HB-HOS wird voraussichtlich dem Verein der Freunde der Schweizerischen Luftwaffe (VFL) in Dübendorf zurückgegeben.

«Sehr bedauerlich»

«Ich persönlich glaube, die Chance, dass die Ju-Air wieder fliegen wird, ist sehr klein», sagte Christian Gartmann, Sprecher der Ju-Air, am Montag dem «Regionaljournal Zürich-Schaffhausen» von Radio SRF1. «Das wäre sehr bedauerlich.» Viele Aviatikfans und Liebhaber der Militärluftfahrt hätten sich auf die Möglichkeit, mit der Ju-52 zu fliegen, gefreut.

Eine andere Ju-52-Maschine war am 4. August 2018 am Piz Segnas abgestürzt. 17 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder starben. Seither gilt für die verbliebenen beiden Maschinen der Ju-Air ein Flugverbot.

pd/red/rheintal24