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Vorarlberg
31.12.2021

Wirte-Widerstand: Silvestersperrstunde im Ländle aufrecht

Bundeskanzler Karl Nehammer: «Wir versuchen unser Bestes, die Menschen zu schützen»
Bundeskanzler Karl Nehammer: «Wir versuchen unser Bestes, die Menschen zu schützen» Bild: snanews.de
Nichts ist es mit der Silvesterfeier für die Liebhaber der Nacht im benachbarten Ländle. Die österreichische Gastronomie muss seit vergangenem Montag täglich um 22.00 Uhr zusperren. Auch an Silvester. Was für wütende Proteste der Hoteliers und Wirte sorgt.

Viele Schweizer Gäste tummelten sich jeweils zu Silvester in den Vorarlberger Lokalen, um dort mit niedrigeren Preisen und dem starken Franken im Sack den Jahresabschluss zu feiern. Daraus wird dieses Jahr nichts.

Kein Anstossen um Mitternacht

Der Grund? Die seit vergangenem Montag für die ganzen Alpenrepublik auf 22.00 Uhr verhängte Sperrstunde gilt auch für die Silvesternacht. Also nichts mit feiern, nichts mit Anstossen um Mitternacht, nichts mit dem traditionellen Donauwalzer. Jedenfalls nicht in einem Gastlokal.

«Wenn Sie mich fragen, tut mir das leid für die Österreicherinnen und Österreicher» - aber aus Sicht der beratenden Experten sei es einfach notwendig. «Wir versuchen unser Bestes, die Menschen zu schützen», erklärte Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) in Wien.

Absage an die Touristiker

Eine Absage an die Touristiker, die vehement eine offene Sperrstunde an Silvester forderten, gab es auch aus dem Gesundheits- wie aus dem Tourismusministerium. Aucbh Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) verwies auf das Beratungsgremium «Gecko» der Bundesregierung, das zur Vorsicht rund um den Jahreswechsel mahne. Die Regierung habe angesichts der Bedrohung durch die neue Virusvariante Omikron die von Gecko empfohlenen Massnahmen umgesetzt.

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) kündigte zudem noch Schwerpunktkontrollen der Polizei zum Jahreswechsel an und meinte: «Ich appelliere an alle, feiern Sie Silvester, aber feiern Sie im kleinen Kreis mit Freunden oder Familie.»

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Die Austro-Gastronomen wiederum machen bereits seit Tagen gegen die Vorverlegung der Sperrstunde auf 22:00 Uhr Front, insbesondere zu Silvester. Wobei die Aussicht auf Gehör geschwunden ist. «Die Hoffnung stirbt zuletzt», so Gastronomie-Obmann Mario Pulker noch vor wenigen Tagen, sehr optimistisch sei er aber nicht. Alleine vom Ausfall des Geschäftes zum Jahreswechsel sei von einem branchenweiten Umsatzverlust von 50 bis 60 Prozent auszugehen. Oliver Fritz, Experte des Wirtschaftsforschungsintituts sprach von rund 40 Prozent.

rheintal24/gmh/uh/apa