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24.01.2021

Gräben in der Schweizer Wirtschaft

Thomas Wellauer, Präsident der SIX und Vorstandsmitglied bei Economiesuisse, warnt vor einer Spaltung der Schweizer Wirtschaft. (Archivbild) Bild: KEYSTONE/WALTER BIERI
Volkswirtschaft – Thomas Wellauer, Präsident der Schweizer Börse SIX und Vorstandsmitglied bei Economiesuisse, ist besorgt darüber, dass die Schweizer Wirtschaft bei wichtigen politischen Themen nicht mehr geschlossen auftritt. Die Schweiz setze ihr Erfolgsrezept aufs Spiel.

Differenzen zwischen einzelnen Branchen und Unternehmen habe es zwar schon immer gegeben, sagte Wellauer in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag". Aber die Vehemenz der Diskussionen und die Unterschiedlichkeit der Interessen hätten stark zugenommen.

Es gelinge immer weniger, sich auszutauschen und Kompromisse zu finden. Das mache ihm grosse Sorgen. Eine Lanze brach Wellauer für die Wirtschaftsverbände. Sie seien die Plattformen des Dialogs und versuchten, verschiedene Meinungen auszutarieren.

Das sei zwar schwieriger geworden. Aber es gebe keine Alternative. Die Schweiz sei ein kleines Land. "Und unser Erfolgsrezept besteht ja gerade darin, dass wir eine so diverse Wirtschaft haben. Es wäre verhängnisvoll, wenn ein Keil zwischen verschiedenen Branchen und Unternehmen getrieben wird", sagte Wellauer.

Es sei gefährlich, wenn wie bei der Konzernverantwortungsinitiative die Grossfirmen gegen die Klein- und Mittelbetriebe (KMU) ausgespielt würden. Er finde es ferner bedenklich, dass das Verständnis verloren gehe, dass alle Bürgerinnen und Bürger Teil der Wirtschaft seien. Es gebe keinen Gegensatz.

Keystone-SDA