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16.01.2022

Pater: Christenfeindlicher Angriff

ARCHIV - Pater Nikodemus Schnabel steht vor dem Altar in der Brotvermehrungskirche in Tabgha. Die deutschsprachige Benediktinerabtei Dormitio in Jerusalem ist nach Angaben des Paters am Samstagabend erneut Ziel eines offensichtlich christenfeindli...
ARCHIV - Pater Nikodemus Schnabel steht vor dem Altar in der Brotvermehrungskirche in Tabgha. Die deutschsprachige Benediktinerabtei Dormitio in Jerusalem ist nach Angaben des Paters am Samstagabend erneut Ziel eines offensichtlich christenfeindli... Bild: Keystone/dpa/Corinna Kern
Israel – Die deutschsprachige Benediktinerabtei Dormitio in Jerusalem ist nach Angaben eines Paters erneut Ziel eines offensichtlich christenfeindlichen Angriffs geworden.

Der deutsche Pater Nikodemus Schnabel sagte am Sonntag, am Vorabend hätten mutmasslich jüdische Extremisten einen grossen Sack mit Steinen aus grosser Höhe in den Küchenhof der Abtei geworfen. Glücklicherweise sei niemand verletzt worden, sagte der Benediktinermönch der Deutschen Presse-Agentur.

Die israelische Polizei teilte mit, man sehe jede Verletzung religiöser Einrichtungen als schwerwiegend an und verurteile sie. Die Tatverdächtigen seien entkommen, man habe Ermittlungen aufgenommen, um sie zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen.

In einer offiziellen Mitteilung der Abtei hiess es, ein Sack mit Bauschutt aus dem Griechischen Garten sei mit lautem Knall in den zwei Stockwerke tieferliegenden Küchenhof gestürzt. Dabei seien ein Blechdach, eine Regenrinne und Plastikmöbel im Innenhof beschädigt worden. "Offenbar wurde der Sack von mutmasslichen jüdischen Extremisten mit voller Absicht in unseren Hof geworfen." Eine grössere Gruppe habe noch im Garten gestanden, wo jemand diesen Bauschutt gelagert habe, als die Polizei kam.

Schnabel erzählte, er habe nach dem Angriff im Garten fünf mutmassliche Täter ausmachen können. Sie hätten laut Hebräisch miteinander gesprochen. Nach Eintreffen der Polizei hätten die mutmasslichen Täter diese verbal angegriffen.

Die Dormitio-Abtei am Rande der Jerusalemer Altstadt war schon häufig Ziel von Angriffen. Nach Angaben von Schnabel handelte es sich dabei um Schmierereien, aufgeschlitzte Autoreifen, Friedhofsschändung und eingeworfene Scheiben. 2014 gab es auch einen Brandanschlag auf die Einrichtung, die dem Deutschen Verein vom Heiligen Lande gehört.

Christen sind in Israel eine sehr kleine Minderheit, sie machen nur rund zwei Prozent der 9,4 Millionen Bürger aus.

Keystone-SDA